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Plagen und Pesach - Jakob ben Luria
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Nach buchstäblicher Auffassung des 2. Buches Mose (Schemoth) hat je ein Volk von mehr als einer Million Menschen mehrere Jahre die Sinaiwüste durchwandert. Jedoch läßt sich keine der Spuren wiederfinden, die solch ein Geschehen hinterlassen haben muß. Schon weniges Studieren des Urtextes und ihrer Zahlenwerte macht denn auch klar daß das 2. Buch Mose wie die ganze Thora nicht aus buchstäblichen Berichterstattungen sondern aus Zusammenfassungen in Symbolform von allumfassender in jeder Zeit sich vollziehender Wirklichkeit besteht. Dabei dienen je stattgefunden habende Ereignisse als Haken um von einem jeden zu erlebende Prozesse daran aufzuhängen.
In der Thora steht Ägypten für das Land des weltlich denkenden und handelnden Menschen und Kanaan für das Land des nach göttlichen Maßstäben denkenden und handelnden Menschen. Und so haben die ersten fünfzehn Kapitel des 2. Buches Mose als Thema daß früher oder später "in dieser Welt Ägypten" ein sich der geistigen Werte bewußt werdender Mensch sich nicht mehr heimisch fühlt, der "Sklaverei" von allgemein erwarteten jedoch nach halbherzigen Normen seienden Verhaltensmustern entrinnen will, schließlich versteht daß dazu er die Konsequenzen seiner Bewußtwerdung akzeptieren soll, er "den Pesach begehen und den Auszug aus Ägypten nach Kanaan antreten soll".
Zweites Hauptthema dieser fünfzehn Kapitel ist daß wenn solch ein Mensch zögert um zu handeln nach seinem Wissen, oder es wie "der Ägypter", der weltliche Mensch verdrängt, er "zu dem Anfang seiner geistigen Entwicklung zurückkehren wird", wie diese Degeneration mit den zehn Plagen in zehn Phasen ist beschrieben.
